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Die „Kaffeemühle“ ist jetzt wieder wie neu

Die Nagelziehmaschine der einstigen Nagelfabrik Röcker ist gestern wieder ins Museum zurückgekehrt. Fachleute haben das historische Exponat runderneuert.

Runderneuert: die Maschine Nummer 1 der ehemaligen Nagelfabrik Röcker. Fotos: Alfred Drossel

 

LÖCHGAU. Die von Wilhelm Röcker 1876 konstruierte Nagelziehmaschine für Schuhsohlen-Drahtstifte ist die letzte erhaltene Maschine der Löchgauer Nagelfabrik und die Nummer 1 der Firmensammlung. Doch leider lief sie nicht mehr. Jetzt hat sie Matthias Stickel mit seinem Team instandgesetzt. Gestern fand die „Kaffeemühle“, wie das technische Stück genannt wird, wieder seinen Platz im Nagelmuseum.
Der Maschinen-Oldtimer war schnell ein Problemfall. Denn es stellte sich rasch heraus, dass sie zur Herstellung gestreckter Schuhnägel zu schwach gebaut war. Deshalb wurden nur Schuh- Runderneuert: die Maschine Nummer 1 der ehemaligen Nagelfabrik Röcker (links). Neu in der Sammlung ist eine Zeichenmaschine. Fotos: Alfred Drossel stifte auf ihr gefertigt. Die Maschine wurde 1908 außer Betrieb genommen. Im September 1951 kam sie nach einer Generalüberholung ins firmeneigene Museum. Die Maschine gilt als ein technisches Denkmal.
1974 wurde Röcker von der Westfälischen Union übernommen und der Betrieb stillgelegt. Die alte Nagelmaschine und die Mustersammlung blieben erhalten. An der Nagelmaschine hatte damals sogar das Mannheimer Technikmuseum Interesse angemeldet. Doch die Maschine blieb in Löchgau. Funktioniert hat sie jedoch nicht mehr, obwohl ein Elektromotor angebaut wurde. Ein Gespräch mit Wilhelm und Matthias Stickel führte dazu, dass sie sich spontan bereiterklärten, diese außergewöhnliche Maschine in ihrer Firma zu reparieren, erklärte Paul Happold vom Museumsteam gestern. Die Federführung lag bei Matthias Stickel. Er hat sich bei der Westfälischen Union erkundigt, technische Zeichnungen besorgt. Ersatzteile wurden hergestellt und eingebaut. Stickel ist es sogar gelungen, selbst den richtigen Draht zur Herstellung von Sohlennägeln zu besorgen. Rund 6000 Euro wurden investiert. Jetzt könnte sie wieder Nägel produzieren. Happold: „Für das Museum ist das natürlich eine echte Bereicherung.“
Einen Neuzugang gibt es auch: Eine alte Zeichenmaschine der Firma Röcker wurde gestern dem Museum übergeben.

Ein Bericht der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 23.12.2017, Autor Alfred Drossel

Neu in der Sammlung ist eine Zeichenmaschine. Fotos: Alfred Drossel