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Schnuppertag bei Hightech-Mittelständler

Die Firma Stickel bringt Schülern Ausbildungsberufe in der automobilen Blechumformtechnik nahe

Konzentriert hören die Schüler Abteilungsleiter Uwe Zikofsky zu.  Foto: Oliver Bürkle

 

LÖCHGAU. Werkzeugmechaniker, Karosserie- und Fahrzeugmechaniker und seit neuestem auch Produktionstechnologe. All diese Berufe kann man bei dem Maschinenbauunternehmen Stickel in Löchgau ausüben und teils praxisnah erlernen. Für zehn Jugendliche, die in zwei Wochen in die neunte oder zehnte Klasse an Realschule oder Gymnasium kommen, geht es beim Schnuppertag ans Eingemachte in Sachen Berufswahl. Denn wenn Prokurist und Abteilungsleiter Uwe Zikofsky in Fahrt kommt, sprudelt er vor Begeisterung über seinen Beruf und über seinen Arbeitgeber. Zur Begrüßung gab’s Unterlagen zu den einzelnen Berufsrichtungen samt einem Blatt mit Bewerbungstipps.

Zum vierten Mal mit dabei
Nach deren Lektüre nimmt Zikofsky die Schüler mit auf einen Rundgang durch die Firma, die auf die Herstellung von Blechumformteilen für den Karosseriebau und Prototypenbau spezialisiert ist. Im Besprechungsraum prangt ein Teil des Hecks des Porsche GT an der Wand – mit Walter Röhrls Unterschrift. Schnell wird klar: Hier ist alles premium; Auftraggeber und Arbeitsethos. Zum vierten Mal in Folge nimmt Stickel – ein mittelständischer Familienbetrieb – am Firmensommer teil. Man habe damit bei der Suche nach Auszubildenden gute Erfahrungen gemacht. Denn im Gegensatz zu Porsche, Daimler, Audi oder großen Zulieferern in der Region ist der Spezialist der automobilen Blechumformtechnik bei Jugendlichen kaum bekannt. Mit Ina ist auch ein Mädchen dabei. „Ich möchte im kommenden Schuljahr meine Projekttage in der Industrie verbringen“, sagt die Gymnasiastin, die bald in die zehnte Klasse kommt. Ihre Stärken sind Mathe und Physik. Ein Mädchen mit Faible für Naturwissenschaften – das dürfte ihr die spätere Jobsuche leicht machen. Eine wie sie würde Zikofsky gerne für die Produktionstechnologie gewinnen. „Dieser Beruf ist sehr anspruchsvoll“, erzählt er. Er sei für Realschüler und Gymnasiasten mit guten Mathematikkenntnissen geeignet. „Und mit viel Leidenschaft, sich in die Materie hineinzuversetzen“, gibt er zu bedenken und lässt Maximilian, einen Auszubildenden im zweiten Lehrjahr bei Stickel, seine Erfahrungen schildern.

Gute Berufschancen
„Das Schöne bei Stickel: ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium, das Aufgabenfeld ist derart breitgefächert, dass auf jeden ein passender Beruf wartet“, so Zikofsky. Einzige Bedingung: Die Ausbildung müsse ab sofort an erster Stelle stehen, erst danach das Schwimmbad oder die Freizeit. Eines aber wird auch klar: Wer mit Kopf, Verstand und Freude dabei ist, der hat bei Stickel gute Berufschancen. Enrique von der Werkrealschule möchte sich bei Stickel als Werkzeugmechaniker bewerben. „Das war mein Plan schon vor dem Schnuppertag“, sagt er. Er weiß, was er will. Sein Bruder ist im zweiten Lehrjahr bei Porsche. Vielleicht dengelt und bearbeitet er bald die Ersatzteile für Porsche Classic oder auch für Prototypen – denn all diese Fähigkeiten werden bei Stickel hochgehalten. „Wir haben hier Roboter und Handarbeit unter einem Dach.“

Ein Bericht der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 14.08.2017, Autorin Marion Blum