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Solarkreismeisterschaft 2012

Die Stickel GmbH ist Gastgeber der Solarkreismeisterschaft 2012

Ihre Gemeinden und Städte haben überzeugt (von links): Lars Rummler, Reinhard Rosner (beide Oberstenfeld) , Adolf Eisenmann (Besigheim), Matthias Stickel (Stickel GmbH), Uta Wamsler (Vaihingen), Gerhard Haiber (Hessigheim), Stefan Flaig (BUND), Sarah Kühneisen (Großbottwar), Albrecht Keppler (Murr) und Carolin Henninger (Bönnigheim).

Hessigheim und Besigheim stehen in Sachen Solarenergie erneut ganz vorne, so das Mittwochabend bekanntgegebene Ergebnis der Kreismeisterschaft der Solarbundesliga, an der sich bereits 38 der 39 Kreisgemeinden beteiligen.

Vor allem Hessigheim gilt zwischenzeitlich als unanfechtbarer Spitzenreiter; holte sich in der Kategorie der „Kommunen mit weniger als 10 000 Einwohner“ erneut den ersten Platz. „Wahrscheinlich muss man dort ein paar Solaranlagen zerstören, um sie zu schlagen“, witzelte der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig, der die Preisverleihung in den Räumen der Löchgauer Firma Stickel vornahm.

Der Schauplatz war bewusst gewählt: Das Unternehmen hat seinerseits drei große Solaranlagen installiert, die mühelos 180 Vier-Personen-Haushalte mit Energie versorgen können. Es ist eines der Beispiele, die Flaig und dem BUND am Herzen liegen. Grade im Süden Deutschlands sei die Solarenergie in einer Vorreiterposition. Im Winter habe man sogar Solarstrom nach Frankreich geliefert, weil deren Atomkraftwerke am Rande ihrer Möglichkeiten waren. „Das hätte sich vor Jahren noch niemals träumen lassen.“ Wer früher gesagt hätte, 2012 sollen 17 Prozent des Stroms aus der Solarenergie kommen, sei verlacht worden. „Heute rennen wir von einem Produktionsrekord zum nächsten“ – vor allem auch, weil viele private Hausbesitzer den Vorteil einer Solaranlage erkannt und eine solche auf den Dächern installiert hätten. Mit der Kreismeisterschaft der Solarbundesliga will der BUND dieses Engagement nicht nur loben, sondern zugleich auch Ansporn geben, weiterzumachen, auch wenn die Einspeisungsvergütungen derzeit eher zurückgehen. „Ein bissel Idealismus muss auch dabei sein“, betonte Löchgaus Bürgermeister Werner Möhrer in seinem kurzen Grußwort und verwies auf eine „gigantische Zahl“, die zu Pfingsten herausgegeben wurde: Mehr als 20 000 Megawatt seien an einem einzigen Samstag nur durch Solarenergie erzeugt worden – so viel wie es 20 Atomkraftwerke leisten müssten. „Wir wissen, worum es geht und an welchen Stellschrauben wir drehen müssen“, so Möhrer. Vor allem die Speicherung der Solarenergie sei zwar noch ein Problem; „das sind jetzt halt die nächsten Schritte, die angegangen werden müssen.“ Löchgau selbst ist da auf einem guten Weg: In der Kategorie unter 10 000 Einwohner landete die Gemeinde immerhin auf Platz fünf von 21 Kreisgemeinden. Davor lagen noch Erligheim, Bönnigheim, Murr und Hessigheim. Nachteile haben bei der Auswertung vor allem auch große Städte, kommentierte Stefan Flaig das Ergebnis in den Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern. Für sie ist der Koeffizient ungünstig; Bietigheim, Ludwigsburg und Kornwestheim stehen dementsprechend ganz hinten. Das Rennen gemacht hat hier Besigheim vor Vaihingen und Freiberg – und das, so Adolf Eisenmann als Vertreter der Stadt Besigheim, liege nicht alleine an den Solaranlagen, sondern vor allem auch am konsequenten Energiesparen in der Kommune. Beispiel Hausmeister öffentlicher Gebäude: Sie seien gezielt auf Energiesparmöglichkeiten sensibilisiert worden und zögen alle mit. „Man glaubt gar nicht, was das ausmacht.“ In einer dritten Kategorie hat der BUND zudem drei Kommunen geehrt, die ansonsten kaum zum Zuge kommen, deren Engagement dennoch gewürdigt werden sollte: Oberstenfeld, Großbottwar und Erdmannhausen sind die Kommunen mit der größten Zunahme an Solaranlagen. So sollen die Konkurrenten um die meisten Photovoltaik- und Solarwärmeanlagen pro Einwohner einen zusätzlichen Anreiz erhalten, Großbottwar hat damit den Sprung vom Schlusslicht ins gute Mittelfeld geschafft.

Ein Bericht aus der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 27.07.2012, Autor Stefan Friedrich